Staudenpracht

und Bienensummen

Station 01 von 10

Katzenminze

Ochsenauge

Steppensalbei

Blut-Storchschnabel

Wollziest

Kissen-Aster

Attraktiv und pflegeleicht

Biodiversität im Siedlungsraum

Als Beitrag zur Klimaanpassung und Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum, hat die Stadt Donzdorf bereits im Jahr 2003 damit begonnen, kosten- und pflegeintensive Wechselflorbeete in standortgerechte Staudenbeete mit mehrjährigen Blütenstauden umzugestalten.

Gut geplante Staudenbeete sind optisch attraktiv, ressoucenschonend, meist pflegeleichter und kostengünstiger als klassische Sommerblumenbeete mit einjährigen Blumen. Bei richtiger Pflanzenauswahl dienen sie ganz nebenbei als ergiebige Nahrungsquellen für unzählige Insektenarten und bieten reichlich Gelegenheit zu spannenden Naturerlebnissen. 

Tipps für den insektenfreundlichen Staudengarten
  • Wegen des höheren Pollen- und Nektarangebots nach Möglichkeit ungefüllt blühende Sorten wählen.
  • Zur Förderung der lokalen Insektenfauna möglichst viele heimische oder europäischer Arten verwenden.
  • Da nicht alle erhältlichen Sorten die gleichen guten Eigenschaften besitzen, beim Staudenkauf statt dem deutschen Pflanzennamen die wissenschaftliche Bezeichnung mit Sortennamen verwenden.
  • Welche Sorte ist die beste? Tipps dazu gibt es bei der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
Bezugsquellen
  • Staudengärtnerei Gaißmayer (Bio) www.gaissmayer.de
  • Fehrle Stauden
    www.staudemix.de
  • Häussermann Stauden Gehölze
    www.haeussermann.com/shop 
 Staudenbeete & Sorten

Katzenminze

Nepeta x faassenii ‚Walkers Low‘

Familie
  • Lippenblütler (Lamiaceae)
Kennzeichen
  • Üppige dunkellila Blütenstände mit guter Fernwirkung. Blätter graugrün.
  • Sehr gut standfest.
  • Höhe > 60 cm. 
Blütezeit
  • Mai – Juli, September.
  • Dauerblüher. Zuverlässige zweite Blüte nach Rückschnitt. 
Verbreitung
  • Gartenhybride aus N. racemosa (Kaukasus, N-Iran) und N. nepetella (Iberische Halbinsel)
Vermehrung
  • Weitgehend steril, daher am besten Erwerb beim Staudengärtner.
  • Ausgesprochen dauerhaft und langlebig. 
Standort im Garten
  • Sonnige und trockene Freiflächen.
  • Boden nicht zu nährstoffreich.
  • Guter Rosenpartner. 
Besonderheiten
  • Zuverlässiger Insektenmagnet!
  • Beliebte Nektartankstelle für Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere Fluginsekten. 

Ochsenauge

Buphthalmum salicifolium

Familie
  • Korbblütler (Asteraceae)
Kennzeichen
  • Dauerblüher mit dottergelben, margeritenähnlichen Blüten.
  • Höhe ca. 50 cm. 
Blütezeit
  • Juni - September 
Verbreitung
  • Heimisch, vor allem in Süddeutschland (Schwäbische Alb) und im Alpenraum.
  • Auf basen- bzw. kalkreichen Halbtrockenrasen, an trockenwarmen Böschungen, Gebüschen und an Waldrändern. 
Vermehrung
  • Leicht durch Teilung und Aussaat.
  • An offenen Bodenstellen zuverlässige Selbstaussaat. 
Standort im Garten
  • Sonnige bis halbschattige Freifläche mit durchlässigem, Boden. Trockenheitsverträglich.
  • Auf nährstoffarmen Standorten langlebiger. Anspruchslos.
  • Kräftiger Rückschnitt nach der Blüte verlängert die Lebensdauer. 
Besonderheiten
  • Wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Wildbienen-, Käfer-, Schwebfliegen- und Tagfalterarten.

Steppensalbei

Salvia nemorosa

Familie
  • Lippenblütler (Lamiaceae)
Kennzeichen
  • Blüten blauviolett mit gebogener Oberlippe in kerzenförmigen Blütenständen.
  • Lanzettliche, am Grund herzförmige, runzelige Blätter. 
Blütezeit
  • Juni und September
  • Höhe 40-60 cm (manche Sorten auch höher).
  • Zweite Blüte im Spätsommer/Frühherbst nach Rückschnitt.
  • Unermüdlicher Dauerblüher.
     
Verbreitung
  • Südliches Mitteleuropa, Südost- und Ost-Europa sowie Südwest-Asien
  • Auf Trockenwiesen und an Wegrändern vom Hügelland bis in Mittelgebirgslagen. 
Vermehrung
  • Wildform durch Aussaat.
  • Sorten häufig steril, daher am besten Erwerb in der Staudengärtnerei. 
Standort im Garten
  • Sonnige, trockene Freifläche mit Steppenheide- oder Wildstaudencharakter.
  • Wächst auch auf frischeren Böden, ist dann aber kurzlebiger und anfällig für Schneckenfraß. 
Sortenempfehlung
  • Optisch wirkungsvoller und problemlos erhältlich sind die zahlreichen gärtnerischen Sorten.
  • Bewährt: ‚Blauhügel‘ (reinblau, 40 cm), ‚Adrian‘ (weiß, 40 cm), ‚Caradonna‘ (dunkelviolett, 60 cm), ‚Mainacht‘ (dunkel-blauviolett, 60 cm). 
Besonderheiten
  • Wertvolle Insektenweide. Besonders beliebt bei Honigbienen, Hummeln und anderen Wildbienenarten.
  • Ein „Muss“ für jeden Staudengarten. 

Blut-Storchschnabel

Geranium sanguineum

Familie
  • Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) 
Kennzeichen
  • Blüte leuchtend karminrot.
  • Stängelblätter handförmig geteilt, behaart. Teils rote Herbstfärbung.
  • Höhe 30-40 cm, bildet attraktive halbkugelige Horste. Blüten- und Blattschmuckstaude.
Blütezeit
  • Mai – September.
  •  
Verbreitung
  • Europa, Nordost-Türkei und Kaukasus.
  • Auf Trockenrasen, Trockengebüschen und in lichten Trockenwäldern.
  • Bevorzugt auf stickstoffarmen, kalkreichen Standorten.
Vermehrung
  • Wildform durch Aussaat.
  • Sorten durch Teilung.
Standort im Garten
  • Sonnig und trocken.
  • Für Steingärten, Steppenheide- und Wildstaudengärten auf basenreichen Böden.
  • Dauerhaft und sehr robust. Gute Regeneration nach Rückschnitt.
Sortenempfehlung
  • ‚Tiny Monster‘ (rosaviolett, großblütig, starkwüchsig), ‚Elsbeth‘ (starkwüchsig, langblühend), ‚Max Frei‘ (kompakt, intensive Herbstfärbung).
Besonderheiten
  • Die in der Wurzel enthaltenen Gerbstoffe wurden in der Volksheilkunde als Blutstillmittel verwendet.
  • Nahrungspflanze besonders für Wild-, Honigbienen und Hummeln

Wollziest

Stachys byzantina

Familie
  • Lippenblütler (Lamiaceae) 
Kennzeichen
  • Rosa Blüten in silbrig-wolligen Blütenständen.
  • Höhe 40-60 cm.
  • Filzig behaarte, silbergraue Blätter. Wintergrün.
Blütezeit
  • Juni – Juli.
  •  
Verbreitung
  • Krim, Kaukasus bis Nord-Iran.
Vermehrung
  • Problemlos durch Abtrennung von Seitentrieben oder Teilung.
Standort im Garten
  • Sonnige Freiflächen und Steingärten mit trockenem, magerem Boden.
  • Wächst auch noch gut auf sehr humusarmen und steinigen Standorten (Rand von Schotterwegen).
  • Bildet attraktive, silberne Teppiche. Guter Rosenbegleiter.
Besonderheiten
  • Insektenmagnet besonders für Wildbienen, Hummeln und Nachtfalter.
  • Ideal zur Beobachtung der Garten-Wollbiene: Männchen verteidigen ihr Revier, Weibchen sammeln Pflanzenhaare für Brutzellen.
  • Bauerngartenstaude, die zu Unrecht aus der Mode gekommen ist.

Kissen-Aster

Aster dumosus-Hybriden

Familie
  • Korbblütler (Asteraceae) 
Kennzeichen
  • Blüten der Wildform blau.
  • Höhe bis 150 cm, Kulturformen meist < 50 cm.
Blütezeit
  • September – Oktober.
  •  
Verbreitung
  • Östliches Nordamerika von Ontario bis Florida.
Vermehrung
  • Durch Teilung.
  • Teils Selbstaussaat im Garten. Die Sämlinge sind nicht sortenecht und variieren stark in Blütenfarbe und Wuchshöhe.
Standort im Garten
  • Ränder von Staudenbeeten. Wirkt gut als flächige Pflanzung.
  • Standort nährstoffreich und nicht zu trocken. Ab und zu organisch düngen (z.B. Kompost).
Sortenempfehlung
  • Im Handel sind nur Kulturformen erhältlich, die häufig Kreuzungen mit anderen amerikanischen Asternarten entstammen.
  • Bewährt: ‚Herbstgruß vom Bresserhof‘ (lilarosa, 40 cm), ‚Blauer Gletscher‘ (blauviolett, 35 cm),
Besonderheiten
  • Ergiebige Pollen- und Nektarquelle besonders für Schwebfliegen.
 Übersichtskarte

Jelitto L., Schacht W., Simon H. (Hrsg.): Die Freiland-Schmuckstauden; Stuttgart, Ulmer 2002
Aichele, D., Golte-Bechtle M.: Das neue Was blüht denn da? Stuttgart, Kosmos 1997