Blütenpracht

statt Einheitsgrün

Station 04 von 10

Blumenrasen

Blumenwiese

Wildbienensaum

Wie zu Großmutters Zeiten

mehr Lebensqualität mit Blumenrasen und Wildblumenwiese

Blumenwiesen sind Lebensräume aus Menschenhand. Entstanden durch jahrhundertelange landwirtschaftliche Nutzung, haben sich einzigartige Lebensräume entwickelt, die unzähligen Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Lebensraum bieten.

Viele wiesenbewohnende Insektenarten sind wichtige Bestäuber unserer Kulturpflanzen und damit unersetzliche Helfer bei der Sicherung unserer Ernährung.

Blütenbunte Wiesen sind heute leider selten geworden. Besonders die direkt mit unserem Konsumverhalten zusammenhängende Intensivierung der Landwirtschaft hat maßgeblich zu ihrem Rückgang beigetragen. Mit den Wiesenblumen sind auch früher häufige Insekten wie etwa Schwalbenschwanz, Gartenhummel oder Junikäfer vielerorts selten geworden.

Als Beitrag zur Klimaanpassung, zur Förderung der Artenvielfalt und zur Verbesserung der Lebensqualität im Siedlungsraum hat die Stadt Donzdorf bereits im Jahr 2003 damit begonnen, bisher eintönige Rasenflächen in üppige Blumenwiesen umzuwandeln. Zugleich wurde die Mahdhäufigkeit der Rasenflächen zugunsten von Wildbienen & Co. wo möglich reduziert. Über 20 ha artenreicher Blumenwiesen sind so bis heute neu entstanden. 2021 wurde die Initiative mit der „Goldenen Wildbiene“ des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg ausgezeichnet. 

Gartentipp

Blumenwiesen oder Blumenrasen sind pflegeleichte und kostengünstige Alternativen zum Einheitsrasen in unseren Gärten und bieten ganz nebenbei reichlich Gelegenheit zu spannenden Naturbeobachtungen direkt vor der Haustür.

Bezugsquelle Wildblumensaatgut

Rieger-Hofmann GmbH
www.rieger-hofmann.de

Blumenrasen

weniger Arbeit, mehr Zeit zum Genießen

Anlage
Vorhandenen Rasen extensivieren
  • Besonders ältere Gebrauchsrasen enthalten bereits von Natur aus verschiedene Wildblumenarten.
  • Oft genügt es einfach die Zahl der Schnitte deutlich zu reduzieren um mehr Insektenarten ein Zuhause zu bieten.
  • Auch Frühblüher wie etwa Krokusse profitieren von der Extensivierung. 
Ansaat von speziellen Blumenrasenmischungen 
  • Neben den klassische Rasengräsern enthält das Saatgut zusätzlich niederwüchsige Wildblumen wie etwa Margerite oder Wiesensalbei.
  • Ansaat immer auf offenem Boden wie bei der Anlage eines herkömmlichen Rasens.
  • Viele Wiesenblumen sind Lichtkeimer, deshalb Saatgut nicht einarbeiten.
  • Anwalzen verbessert den Keimungserfolg.
Eigenschaften
  • Wuchshöhe zwischen Blumenwiese und klassischem Gebrauchsrasen.
  • Kann weitgehend wie ein herkömmlicher Rasen genutzt werden.
  • Weniger artenreich als reine Blumenwiesenmischungen.
Pflege
  • 3 bis maximal 5 Schnitte im Jahr.
  • Schnitthöhe nicht unter 5 cm.
  • 1. Schnitt wenn möglich länger stehen lassen (bis nach der Margeritenblüte).
  • Viele Wildblumen lieben eher magere Böden, deshalb Mähgut immer abräumen.

Blumenwiese

Wildbiene & Co. sagen Danke

Anlage
Neuansaat auf offenem Boden
  • Feinkrümeliges Saatbett vorbereiten (wie bei Rasenansaat).
  • Viele Wiesenblumen sind Lichtkeimer, deshalb Saatgut nicht einarbeiten.
  • Anwalzen nicht vergessen, führt zu besserem Keimungserfolg.
  • Bester Saatzeitpunkt: Ende August bis Anfang Oktober bzw. im Frühjahr bis Ende März. 
Ansaat nach Umbruch von vorhandenem Rasen
  • Vorhandenen Rasen mehrfach fräsen, vorhandene Wurzeln entfernen.
  • Alternativ Rasen einmal mit einer speziellen Umkehrfräse fräsen und direkt einsäen (schnellste Methode).
  • Weiteres Vorgehen wie bei Punkt 1.
Eigenschaften
  • Wuchshöhe vor erstem Schnitt max. 80-100 cm (je nach Nährstoffgehalt).
  • Zweiter Aufwuchs deutlich niedriger.
  • Schnittgut als Tierfutter (z.B. Kaninchen, Schafe) geeignet.
  • Bunt und artenreich – besonders auf eher mageren Standorten.
Pflege
  • 2 - 3 Schnitte im Jahr.
  • 1. Schnitt etwa zur Hauptblütezeit der Gräser bzw. zum Ende der Margeritenblüte
  • Zum Erhalt der Artenvielfalt, Mähgut immer abräumen.

Wichtig! Im ersten Jahr keimen neben den angesäten Wiesenblumen schnell zahlreiche Beikräuter aus dem natürlichen Saatgutvorrat des Bodens. Diese machen den langsameren Kräutern und Blumen Konkurrenz. Deshalb unbedingt im ersten Jahr mindestens einen (oder mehrere) „Schröpfschnitte“ durchführen. Dabei Mähgut unbedingt abräumen. 

Schmetterlings- und Wildbienensäume

bunter Blickfang vor Mauern und Hecken 

Anlage
  • Wegen Wuchshöhe sollte die Pflanzfläche mindesten 1 m breit sein.
  • Ansaat am besten auf offenen Rohboden oder abgemagerte Substrate.
  • Boden kann auch Kies oder Schotter enthalten.
  • Saatgut nicht einarbeiten.
  • Anwalzen nicht vergessen: besserer Keimungserfolg.
  • Bester Saatzeitpunkt: Ende August bis Anfang Oktober bzw. im Frühjahr bis Ende März. 
Eigenschaften
  • Wuchshöhe 60-140 cm (je nach Nährstoffgehalt).
  • Für magere oder abgemagerte Standort.
  • Artenreich und optisch ansprechend, mit langer Blütezeit. 
Pflege
  • Aufwuchs über Winter stehen lassen.
  • Einmal jährlicher Rückschnitt des alten Aufwuchses im Frühjahr
  • Zum Erhalt der Artenvielfalt, Mähgut immer abräumen.
 Übersichtskarte

Hutter, C.-P. (Hrsg.), Briemle, G., Fink, C.: Wiesen, Weiden und anderes Grünland: Biotope erkennen, bestimmen, schützen; Stuttgart, Wien, Weitbrecht, 1993.