Gehölzschätze

Von Lebkuchen- und Tulpenbaum 

Station 05 von 10

Tulpenbaum

Blauglockenbaum

Lebkuchenbaum

Schwarznuss

Schwarzkiefer

Zierend & faszinierend

Die Gehölzsammlung

Mit der Umgestaltung des Schlossgartens vom formellen Barockgarten zum Landschaftsgarten im englischen Stil, gewannen Bäume und Sträucher als Gestaltungselemente zunehmend an Bedeutung.

Besonders seltene und exotische Gehölze, die im 19. Jhd. nur schwer zu beschaffen waren, erfreuten sich großer Beliebtheit. Diese Sammelleidenschaft prägt bis heute viele historische Landschaftsgärten in ganz Europa.

Und so beherbergt auch der Donzdorfer Schlossgarten Gehölzschätze, die sonst nur in botanischen Gärten zu finden sind. Baumgestalten aus aller Welt geben sich am Fuß der Alb ein Stelldichein. Ein Großteil der alten Bäume ist heute zwischen 100 und 180 Jahre alt. Einzelne Exemplare sind deutlich älter.

Die Stadt Donzdorf fühlt sich dieser Tradition verpflichtet und versucht abgängige Gehölze sowohl durch exotische Kostbarkeiten als auch durch attraktive heimische Baumarten zu ersetzen.

Die wertvolle dendrologische Sammlung des Schlossgartens umfasst aktuell über 160 verschiedenen Baum- und Straucharten. Die langjährige Kulturerfahrung liefert heute wichtige Erkenntnisse zur Anpassung städtischen Grüns an den Klimawandel. 

Informationen

Gehölzbestand Schlossgarten Donzdorf (Stand 01/2026)

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Amerikanischer Tulpenbaum

Liriodendron tulipifera

Familie
  • Magnoliaceae 
Verbreitung
  • Nordamerika: Östliche USA bis Ontario (Kanada).
  • Forstliche Nutzung; auch in Europa.
  • Attraktives Ziergehölz für Parks, botanischen Gärten und größere Landschaftsgärten.
Kennzeichen
  • Höhe 45 – 60 m.
  • Markante 4-lappige Blätter.
Blüte
  • Blütezeit Juni - Juli
  • Auffallend tulpenartige, orangegrüne Blüten.
Alter
  • Bis 300 Jahre.
Standortansprüche
  • Sonnig, wärmeliebend.
  • Holz spätfrostempfindlich.
  • Liebt tiefgründige, nährstoffreiche Böden.
Besonderheiten
  • Stammesgeschichtlich sehr alt.
  • Kam vor den Eiszeiten im Tertiär auch in Europa vor.
  • Wertvolles Nutzholz mit zitronenartigem Duft.
  • Seit 1663 in Europa kultiviert.

Chinesischer Blauglockenbaum

Paulownia tomentosa

Familie
  • Paulowniaceae 
Verbreitung
  • Mittelchina.
  • Weltweit in Parks, Arboreten und großen Gärten kultiviert.
  • Anbau in Plantagen („Kiribaum“).
Kennzeichen
  • Blätter behaart, 30 – 40 cm groß (exotisch anmutend).
  • Höhe 12 – 30 m.
  • Holz ausgesprochen leicht und dauerhaft (Bauholz).
Blüte
  • Blütezeit April - Mai.
  • Üppige bläulich-weiße Blütenrispen, Einzelblüten bis 5 cm.
  • Blüte spätfrostgefährdet, da die Blütenknospen bereits im Herbst angelegt werden.
Alter
  • Meist nicht älter als 70 Jahre.
  • Kurzlebige Pionierbaumart.
Standortansprüche
  • Sonnig, wärmeliebend, trockenheits- und hitzeresistent.
Besonderheiten
  • Sehr starkwüchsig mit hoher CO₂-Speicherleistung.
  • Höhenzuwachs von bis zu 1,6 m pro Jahr.
  • Kann sich unter günstigen Bedingungen invasiv ausbreiten und heimische Arten verdrängen.
  • In der Schweiz seit 2024 verboten, in Deutschland derzeit als potenziell invasiv unter Beobachtung.

Lebkuchen- / Katsurabaum

Cercidiphyllum japonicum

Familie
  • Cercidiphyllaceae 
Verbreitung
  • West- und Zentralchina, Japan.
  • Seit 1865 in Europa.
  • In China als Nutzholz, in Europa vor allem als attraktives Ziergehölz kultiviert.
Kennzeichen
  • Bis 30 m, in Mitteleuropa in der Regel deutlich kleiner.
  • Meist mehrstämmig, in der Natur bis zu 3 m dick.
  • Exotisch rundliche Blätter mit hohem Zierwert und leuchtend gelber Herbstfärbung.
Blüte
  • Blüte im April vor dem Laubaustrieb.
  • Zarte und unauffällige, rötlich-büschelige Blüten.
Alter
  • 100 – 200 Jahre.
  • Ein japanisches Exemplar soll an die 1.000 Jahre alt sein.
Standortansprüche
  • Wärmeliebend und spätfrostempfindlich.
  • Liebt dauerfeuchte Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit.
Besonderheiten
  • Das frische Herbstlaub duftet an warmen Tagen intensiv nach frisch gebackenen Lebkuchen (Name).

Schwarznuss

Juglans nigra

Familie
  • Juglandaceae 
Verbreitung
  • Östliches Nordamerika von Ontario bis Florida.
  • In Auwäldern entlang von Gewässern.
  • Wertvolles forstliches Nutzholz, zunehmend auch in Europa (Klimawandel).
Kennzeichen
  • Höhe 30 -50 m.
  • Blätter gefiedert. Austrieb spät, daher weniger frostempfindlich als die Walnuss.
  • Kugelige, essbare Nussfrüchte mit extrem harter Schale.
Blüte
  • Blütezeit Mai - Juni.
  • Grüne Blütenkätzchen ähnlich der Walnuss.
Alter
  • Bis zu 250 Jahre.
Standortansprüche
  • Liebt tiefgründige, fruchtbare Aueböden mit guter Wasserversorgung.
Besonderheiten
  • Auf guten Standorten starkwüchsig.
  • Das wertvolle Holz findet besonders beim Möbelbau Verwendung.
  • Nüsse essbar.
  • Die Nussschalen werden in Amerika auch zur Schmuckherstellung verwendet.

Österreichische Schwarzkiefer 

Pinus nigra ssp. nigra

Familie
  • Pinaceae 
Verbreitung
  • Österreich und Italien, Balkanhalbinsel.
  • Zahlreiche Unterarten (z.B. Pyrenäen, Nordafrika, Kleinasien).
  • In vielen europäischen Ländern als Forstgehölz eingebürgert.
Kennzeichen
  • Höhe 10 – 30 m.
Blüte
  • Blütezeit Mai - Juni.
Alter
  • 150 – 250 Jahre.
Standortansprüche
  • Trockenwarme, kalkhaltige Böden.
  • Gedeiht auch noch auf flachgründigen Standorten.
Besonderheiten
  • Langsamer wachsend als die bekanntere Waldkiefer.
  • Pharmazeutische Nutzung der in den Nadeln enthaltenen ätherischen Öle (z.B. Atemwegserkrankungen, Rheumatische Beschwerden).
 Übersichtskarte

Bärtels, A.; Schmidt, P. A.: Enzyklopädie der Gartengehölze; Stuttgart, Ulmer 2014
Phillips, Roger: Der große Kosmos-Naturführer Bäume; Stuttgart, Franckh-Kosmos 1998