Insekten im Staudengarten

Bunte Bestäubungs-profis

Station 10 von 10

Tagpfauenauge

Taubenschwänzchen

Holzbiene

Feldwespe

Rosenkäfer

Streifenwanze

Tagpfauenauge

Inachis io

Größe / Merkmale
  • Spannweite 50 – 55 mm.
  • Markante Augenflecken auf Vorder- und Hinterflügeln.
Verbreitung
  • Mittel- und Südeuropa ohne die südliche Iberische Halbinsel und das nördliche Skandinavien.
Lebensraum
  • Offene Wälder sowie Parks und Gärten.
Lebensweise
  • Flugzeit: Mai – Oktober.
  • Überwintert als Falter an nicht zu trockenen Plätzen in Höhlen, Baumhöhlen, Schuppen oder Kellern.
Nahrung
  • reite Palette nektarreicher Blütenpflanzen.
  • Gerne an Lippenblütlern wie Wildem Majoran, im Garten auch an Sommerflieder.
Fortpflanzung
  • Raupen an Brennnesseln und Hopfen.
  • Raupen schwarz mit feinen weißen Punkten.
  • 2 Generationen / Jahr (Mai-Juni und Juli).
Feinde
  • Raupen: Parasitische Wespen und Fliegen.
  • Falter: Überwiegend Vögel.
Besonderheiten
  • Abwehrverhalten: Werden die Tiere beim Ruhen gestört, klappen sie ruckartig die Flügel aus. Das entstehende zischende Geräusch täuscht in Verbindung mit den großen Augenflecken ein weit größeres Tier vor. Fressfeinde werden so häufig abgeschreckt.

Taubenschwänzchen

Macroglossum stellatarum

Größe / Merkmale
  • Spannweite 36 -50 mm.
  • Kräftiger, stark behaarter Rumpf mit taubenschwanzartigem Haarbüschel am Hinterende.
Verbreitung
  • Riesiges Verbreitungsgebiet von Westeuropa bis Japan.
  • Nördlich ganz Skandinavien einschließlich Süd-Sibirien, südlich bis Nordafrika.
Lebensraum
  • Sonnige Hänge und Heideflächen, Waldlichtungen und warme Waldränder, aber auch Gärten und Parks.
Lebensweise
  • Flugzeit: Mai – Oktober.
  • Die erste Generation wandert über die Alpen nach Norden.
  • Deren Nachkommen wandern größtenteils wieder zurück nach Südeuropa.
  • Meist keine Überwinterung in Mitteleuropa.
Nahrung
  • Gerne an Blütenstauden mit tiefen Blütenröhren (z.B. Flockenblumen, Phlox, Petunien, Lavendel, Salbei).
Fortpflanzung
  • Grüne bis rotbraune Raupen mit spitzem Hornfortsatz am Hinterende.
  • Raupen fressen an Labkräutern.
  • Verpuppung im Boden.
  • 2 Generationen (Juni – August und September – Oktober).
Feinde
  • Raupen: Verschiedene parasitische Schlupfwespenarten und Raupenfliegen.
Besonderheiten
  • Wird wegen des ausgeprägten Schwirrflugs oft für einen Kolibri gehalten.
  • Taubenschwänzchen gehören zu den Schwärmern (Sphingidae) und sind damit eine der wenigen tagaktiven „Nachtfalterarten“.
  • Zieht im Zuge der Klimaerwärmung immer weiter nach Norden.

Holzbiene

Xylocopa violacea & andere

Größe / Merkmale
  • Länge 14 – 28 mm.
  • Hummelähnlich. Ganzes Tier einschließlich der Flügel metallisch schwarzviolett.
  • Bislang 3 Arten in Mitteleuropa.
Verbreitung
  • Früher nur in Südeuropa, heute auch nördlich der Alpen (Klimawandel).
  • Die meisten Holzbienenarten leben in den Tropen und Subtropen.
Lebensraum
  • Streuobstwiesen, Gärten, sonnige Waldränder und andere Lebensräume mit ausreichend morschem Totholz.
  • Wärmeliebend, breitet sich mit der Klimaerwärmung immer weiter nach Norden aus.
Lebensweise
  • Flugzeit: April - August.
  • Mitteleuropäische Arten leben einzeln.
  • Überwinterung als Vollinsekt.
Nahrung
  • Bevorzugt an Schmetterlings- (Löwenmäulchen) und Lippenblütlern (Salbei, Ziest), aber auch an vielen anderen Pflanzen wie etwa Lerchensporn oder Junkerlilie.
  • Geheimtipp: Muskatellersalbei (Salvia sclarea)
Fortpflanzung
  • Nagt Nistgänge in durch Pilzbefall vorgeschädigtes Holz oder in markhaltige Pflanzenstängel (auch an Gebäuden).
  • In den Nistgängen werden einzelne Brutzellen angelegt und mit einem Pollen- und Nektarvorrat versehen.
  • Nistgänge werden manchmal auch von mehreren Weibchen gemeinsam benutzt.
Besonderheiten
  • Ähnlich wie Hummeln können Holzbienen nektarreiche Blüten von außen aufbeißen, um so leichter an den Nektar zu gelangen.

Feldwespe

Polistes dominula & andere

Größe / Merkmale
  • Länge: 11 – 15 mm (Königinnen bis 18 mm).
  • Im Gegensatz zur anderen häufigen Wespenarten mit deutlicher, abgerundeter Wespentaille.
  • Fliegt mit „hängenden Beinen“.
Verbreitung
  • Mittel- und Südeuropas, breitet sich zunehmend nach Norden aus.
Lebensraum
  • Offene und warme Landschaften wie etwa Heiden, Heckensäume, Wegraine oder Steingärten.
  • Weit verbreitet und anpassungsfähig, auch im Siedlungsraum.
Lebensweise
  • Flugzeit: März - September.
  • Staatenbildend, mit nur einer Königin als Nestbegründerin.
  • Nester sterben im Herbst ab. Nur Jungköniginnen überwintern.
Nahrung
  • Räuberische Insekten- und Spinnenjäger.
  • Die Beute wird zerkaut und dann an die Brut verfüttert.
  • Erwachsene Tiere ernähren sich auch von Nektar.
Fortpflanzung
  • Baut nur kleine papierartige Nester aus zernagten Holzfasern.
  • Nester ohne isolierende Schutzhülle.
  • Nest wird an einem Stiel unter Steinen, Brettern oder auch an Pflanzenstängeln befestigt.
Besonderheiten
  • Feldwespen werden oft mit der Deutschen oder der Gewöhnlichen Wespe verwechselt und verfolgt.
  • Die nützlichen Insektenjäger sind wesentlich friedfertiger als ihre Schwestern und werden auch am Esstisch nicht lästig.

Rosenkäfer

Cetonia aurata & andere

Größe / Merkmale
  • Körperlänge 14 – 20 mm.
  • Oberseite metallisch grün schillernd mit unterbrochenen weißen Streifen.
Verbreitung
  • Europa, nördlich bis Mittelskandinavien. Östlich über Sibirien bis NW-China.
Lebensraum
  • Blütenreiche Landschaften wie Streuobstwiesen, Feldhecken, Hochstaudenfluren, Parks und Gärten.
Lebensweise
  • Flugzeit: April - Oktober.
  • Regelmäßig an Rosen-, Obst- und Holunderblüten sowie an verschiedenen Doldenblütlern (z.B. Wiesenbärenklau, Engelwurz).
  • Gerne auch an Kreuzdorn und Weißdorn.
Nahrung
  • Käfer: Pollen und verschiedene Blütenteile, zuckerhaltiger Pflanzensaft ( wichtige Bestäuber).
  • Larven: Ausschließlich Holzmulm und anderes verrottendes Pflanzenmaterial. Keine lebenden Pflanzenwurzeln.
Fortpflanzung
  • Eiablage in vermoderndem Holz oder Komposthäufen.
  • Bis 50 mm lange Larven ähnlich den Engerlingen des Maikäfers.
  • Entwicklungszeit ca. 2 Jahre.
Besonderheiten
  • Anders als andere Käferarten können Rosenkäfer mit geschlossenen Flügeldecken (Elytren) fliegen.
  • Die Larven des Rosenkäfers sind wichtige Helfer bei der Kompostherstellung und sollten nach dem Kompostsieben zurück in den Komposthaufen gesetzt werden.
  • Gesetzlich besonders geschützt.

Streifenwanze

Graphosoma italicum

Größe / Merkmale
  • Körperlänge 8 – 12 mm.
  • Breit gebaut, Körper leuchtend rot mit schwarzem Streifenmuster.
  • Larven bräunlich.
Verbreitung
  • Mittelmeergebiet, West- und Mitteleuropa, im Norden bis Südschweden.
Lebensraum
  • Wärmeliebend und anpassungsfähig. Besiedelt trockene wie feuchte Lebensräume vom Flachland bis in Mittelgebirgslagen.
  • An Wegsäumen, in Hochstaudenfluren, auf Magerrasen und auch in Gärten mit vielen Doldenblütlern.
Lebensweise
  • Überwintert als Vollinsekt.
Nahrung
  • Besonders auf Doldenblütlern wie Giersch, Wilder Möhre, Fenchel, Dill, Wiesenbärenklau, oder Pastinak.
  • Saugen den Saft der Samen.
Fortpflanzung
  • Wanzen machen eine unvollkommene Entwicklung durch, d. h. die Jungtiere ähneln bereits beim Schlupf den Erwachsenen und werden diesen von Häutung zu Häutung immer ähnlicher.
Besonderheiten
  • Im Zuge der Klimaerwärmung breitet sich die Streifenwanze immer weiter nach Norden aus.
  • Wanzen verfügen über Duft- bzw. Stinkdrüsen. Die giftigen Sekrete dienen vor allem der Abwehr von Fressfeinden.
 Übersichtskarte

Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 1: Tagfalter I: Stuttgart, Ulmer 1993
Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 4: Nachtfalter II: Stuttgart, Ulmer 1994
Weidemann, H.J.: Tagfalter: beobachten, bestimmen; Augsburg, Naturbuch Verlag, 1995
Koch, M.: Wir bestimmen Schmetterlinge; Radebeul, Neumann Verlag, 1991
Westrich, P.: Die Wildbienen Deutschlands: Stuttgart Ulmer, 2019.
Wachmann, E.: Wanzen beobachten – kennenlernen; Melsungen; Neumann-Neudamm, 1989.
Harde, K.W., Severa, F.: Der Kosmos Käferführer; Stuttgart, Franckh-Kosmos, 1988.