Pelzige Nachbarn

Säugetiere im Siedlungsbereich

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Eichhörnchen

Rotfuchs

Waschbär

IGel

Steinmarder

Siebenschläfer

Eichhörnchen

Sciurus vulgaris

Größe / Gewicht
  • Körperlänge 20-25 cm, Schwanz 15-20 cm.
  • Gewicht 200-480 g.
  • Färbung Oberseite rotbraun bis braunschwarz. Östliche Populationen meist dunkler als in Westeuropa. 
Verbreitung
  • Eurasien von England bis Japan
Lebensraum
  • Wälder, Parks und Gärten mit Baumbestand.
  • Im Gebirge bis zur Baumgrenze 
Lebensweise
  • Tagaktiv und ganzjährig aktiv. Hervorragender Kletterer.
  • Im Winter und bei schlechtem Wetter verringerte Aktivität.
  • Kugeliges Nest (Kobel) aus kleinen Ästen, Moos und Pflanzenmaterial in Baumkronen, teils auch in Spechthöhlen oder Gebäuden.
  • Zahlreiche Lautäußerungen wie Keckern, Knurren oder laute „zjuck“-Rufe. 
Nahrung
  • Überwiegend Nadelbaumsamen, Bucheckern, Nüsse, Eicheln oder Knospen, aber auch Vogeleier und Jungvögel sowie Insekten und Schnecken.
Fortpflanzung
  • Paarungszeit Dezember – Ende Juni/Anfang Juli.
  • Tragzeit ca. 38 Tage.
  • Meist 2-5 Junge; oft 2 Würfe im Jahr. 
Feinde
  • Baummarder, Uhu, Habicht.
Besonderheiten
  • Alter in der Natur bis zu 12 Jahre.
  • Im Herbst werden etwa Nüsse oder Eicheln als Wintervorrat am Boden versteckt und dank des hervorragenden Geruchssinns zumeist auch wiedergefunden.
  • Vergessene Früchte wachsen zu neuen Bäumen heran. Damit tragen Eichhörnchen wesentlich zur natürlichen Verjüngung unserer Wälder bei. 

Rotfuchs

Vulpes vulpes

Größe / Gewicht
  • Gewicht 5-10 kg.
Verbreitung
  • Europa, Asien, Nordafrika, Nordamerika, Australien (eingeführt).
Lebensraum
  • Alle Lebensräume von der Küste bis ins Hochgebirge. Sehr anpassungsfähig.
  • Bewohnt auch Siedlungsräume und scheut dort die menschliche Nähe nicht. 
Lebensweise
  • Füchse bewohnen in der Natur selbstgegrabene Erdbaue. Oft werden auch Dachsbaue als Untermieter bezogen.
  • Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv.
  • Ausdauernde Läufer. Meist Einzelgänger. 
Nahrung
  • Allesfresser. Überwiegend tierische Kost wie kleine Wirbeltiere (z.B. Mäuse), Insekten, Würmer und Aas, aber auch Früchte (z.B. Kirschen) und Abfälle.
Fortpflanzung
  • Paarungszeit Januar – Februar.
  • Setzzeit März – April.
  • Meist 4-5 Jungtiere. 
Feinde
  • In Mitteleuropa Wolf, Luchs, Steinadler und Uhu (Jungfüchse).
Besonderheiten
  • Kann Infektionskrankheiten wie Tollwut oder Staupe sowie Parasiten, wie den kleinen Fuchsbandwurm, übertragen. Durch Impfprogramme gilt Deutschland heute als tollwutfrei.
  • Füchse sind fester Bestandteil unserer Siedlungsfauna. Besonders im Herbst, wenn junge Füchse ihr Elternrevier verlassen, kommt es gelegentlich zu überraschenden, meist jedoch harmlosen Begegnungen.
  • Der Rotfuchs unterliegt dem Jagdrecht.

Waschbär

Procyon lotor

Größe / Gewicht
  • Körperlänge 43-67 cm.
  • Gewicht 3,5-10 kg. 
Verbreitung
  • Ursprünglich Nord- und Mittelamerika.
  • In verschiedenen Regionen Europas aus Pelztierfarmen entkommen oder gezielt ausgesetzt.
  • Deutsche Population gründet auf eine Aussetzung von 2 Paaren am Edersee (1934) und weiteren Exemplaren die um 1945 aus einer Pelztierfarm bei Berlin entkamen.
  • Stark in Ausbreitung begriffen. 
Lebensraum
  • Höhlenreiche Laub- und Mischwälder, Feuchtgebiete, Flusstäler sowie Parks, Gärten und Gebäude.
Lebensweise
  • Dämmerungs- und nachtaktiv. Einzelgängerisch aber auch in lockeren Familienverbänden. Männchen bilden oft lockere „Männertrupps“. 
  • Guter Schwimmer und Kletterer (auch an rauem Putz). Nutzt Baum- oder andere natürliche Höhlen sowie in Siedlungen auch Schuppen und Dachböden (Konfliktpotential).
  • Winterruhe mit reduzierter Aktivität (in Deutschland wenig ausgeprägt). 
Nahrung
  • Allesfresser: Kleinsäuger, Insekten, Eier, Vögel, Fische, Amphibien, Regenwürmer, Aas, Früchte, Getreide, Mais und Abfälle.
  • Zu den Beutetieren gehören auch viele gefährdete heimische Tierarten.
  • Bei der Nahrungssuche werden die Vorderpfoten wie Hände eingesetzt. 
Fortpflanzung
  • Paarungszeit Januar – März
  • Setzzeit April – Mai. Meist 3-4 Jungtiere, erst mit 5-6 Monaten selbstständig. 
Feinde
  • Wolf, Luchs und Vielfraß. Jungtiere auch Marder, Fuchs und Uhu.
Besonderheiten
  • Der Waschbär zählt in Europa zu den invasiven Tierarten, für die etwa lokale Kontrollmaßnahmen zum Schutz naturschutzfachlich wertvoller Gebiete empfohlen werden. Er unterliegt dem Jagdrecht.
  • Hohes Konfliktpotential mit dem Menschen im Siedlungsraum. 
Tipps

Beratung und Hilfe bei Waschbärproblemen bieten die Wildtierbeauftragten der Landkreise sowie amtlich bestellte Stadtjäger an.

Igel

Erinaceus europaeus

Größe / Gewicht
  • Körperlänge bis 35 cm
  • Gewicht 450-1.200 g
  • Alter 8–10 Jahre 
Verbreitung
  • Süd-, West- und Mitteleuropa und südliches Skandinavien.
Lebensraum
  • Laub- und Mischwälder, Waldränder, Feldhecken mit dichtem Unterwuchs sowie Parks und Gärten im Siedlungsbereich.
Lebensweise
  • Dämmerungs- und nachtaktiver Einzelgänger. Vor allem Jungtiere im Herbst auch tagaktiv.
  • Oft lautes Schmatzen und Schnaufen bei Nahrungssuche.
  • Winterschlaf von Oktober - April in Nest aus Laub, Moos und anderen Pflanzenteilen unter Reisig-, Laub oder Komposthaufen, unter Hecken, aber auch in selbst gegrabenen Höhlen. 
Nahrung
  • Insekten, Würmer, Schnecken, junge Mäuse und Reptilien, aber auch Fallobst und Beeren.
Fortpflanzung
  • Paarungszeit April – August.
  • 1-2 Würfe pro Jahr mit je 3-10 blinden Jungen. 
Feinde
  • Fuchs, Dachs, Iltis, Waschbär, Wolf, Bär, Uhu.
  • Hohe Verluste durch landwirtschaftliche Maschinen und den Straßenverkehr. 
Besonderheiten
  • Igel sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.
  • Achtung Mähroboter! Igel rollen sich bei Kontakt ein und können durch Mähroboter schwer verletzt werden. Deshalb Mähroboter über Nacht außer Betrieb nehmen. 
Tipps

Igel in Not - wer hilft? Ansprechpartner sind hier das Tierheim in Göppingen und die Igelhilfe Filsta.

Steinmarder

Martes foina

Größe / Gewicht
  • Körperlänge 43-46 cm; Schwanzlänge 21-27 cm
  • Gewicht 1.100 - 2.300 g.
  • Alter: 12 - 14 Jahre. 
Verbreitung
  • West- Mittel- und Südeuropa ohne Großbritannien; östlich bis China und Mongolei.
  • Im Gebirge bis 2.500 m.
Lebensraum
  • Mischwälder, strukturreiche Landschaften, Parks, Gärten und Siedlungen.
Lebensweise
  • Anpassungsfähiger, vorwiegend nachtaktiver Einzelgänger. Gute Kletterer, trotzdem eher auf dem Boden als auf Bäumen.
  • Unterschlupf in Baumhöhlen, Felsspalten, Ställen oder Dachstühlen. 
Nahrung
  • Kleinsäuger (auch Ratten), Vögel (oft Haustauben) und deren Eier, Regenwürmer und Insekten sowie Aas, aber auch Früchte und Beeren. Im Sommer und Herbst überwiegend vegetarische Kost.
  • Beim Eindringen in Geflügelställe werden oft größere Schäden verursacht, da die Tiere teils mehr Tiere töten als sie anschließend fressen. 
Fortpflanzung
  • Paarungszeit Juni - August.
  • Setzzeit März – April.
  • Meist 1-5 Jungtiere. 
Feinde
  • U.a. Rotfuchs, Steinadler und Uhu.
Besonderheiten
  • Nutzen Steinmarder Dachböden als Quartier kommt es durch Lärm und Verunreinigungen regelmäßig zu Konflikten.
  • Schäden durch sogenannte „Automarder“ gehen ebenfalls auf den Steinmarder zurück.
  • Die Tiere Unterliegen dem Jagdrecht. Beratung bei Marderproblemen gibt es bei den Wildtierbeauftragten der Landratsämter sowie amtlich bestellten Stadtjägern. 

Siebenschläfer

Glis glis

Größe / Gewicht
  • Körperlänge 13-20 cm.
  • Gewicht 70-150 g.
  • Alter bis 9 Jahre
  • Eichhörnchenähnlich, aber mit silbergrauem Fell. 
Verbreitung
  • Nordspanien über Mittel- und Südeuropa, den Balkan bis zur Wolga und Kaukasus.
Lebensraum
  • Unterholzreiche Laub- und Mischwälder, Streuobstwiesen, Parks und Gärten. Besiedelt auch Gartenhäuser, Schuppen und andere Gebäude im Siedlungsraum.
  • Nester aus Gras, Blättern und Moos in Baumhöhlen, Nistkästen oder Gebäuden. 
Lebensweise
  • Dämmerungs- und nachtaktiv. Oft gesellig in lockeren Verbänden. Ausgezeichnete Kletterer und Springer.
  • Winterschlaf von Mitte September bis Mitte Mai, oft über 7 Monate (Name). Meist in selbstgegrabenen Erdhöhlen, seltener auch auf Dachböden oder in Baumhöhlen.
  • Markantes surrendes „Brummen“ verrät die Tiere oft in Gebäuden. 
Nahrung
  • Knospen, Früchte, Blätter, Rinde und Samen (gerne Eicheln & Bucheckern), aber auch Insekten, Jungvögel und Vogeleier.
Fortpflanzung
  • Paarungszeit Juni – August.
  • Tragzeit 30-32 Tage.
  • Meist 3-6 Jungtiere; nur 1 Wurf/Jahr. 
Feinde
  • Hauskatzen, Baummarder, Waldkauz, und Uhu.
Besonderheiten
  • Bei ausbleibender Eichel- oder Buchenmast im Wald kann es über Winter zu großen Verlusten kommen.
  • Die Tiere wurden im Römischen Reich und im Mittelalter als Spezialität gegessen. In einigen Ländern reichte diese Tradition bis in die jüngere Zeit.
  • Siebenschläfer sind gesetzlich besonders geschützt und dürfen nicht bekämpft oder gefangen werden. Beratung bei Problemen gibt es bei den Unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter. 
 Übersichtskarte

Braun, M., Dieterlen, F. (Hrsg.): Die Säugetiere Baden-Württembergs – Band 2: Stuttgart, Ulmer, 2005
Görner, M., Hackethal, H.: Säugetiere Europas, Stuttgart 1988