Frühblüher

Lichtboten nach dunkler Zeit

Station 02 von 10

Schneeglöckchen

Winterling

Elfenkrokus

Blaustern

Lerchensporn

Bärlauch

Endlich Frühling

Schneeglöckchen, Krokus & Co.

Schneeglöckchen, Krokus & Co. berichten in der Vorfrühlingssonne von der nahenden warmen Jahreszeit. Sie wärmen damit unsere Herzen und bieten zahlreichen Insektenarten die erste Mahlzeit im noch jungen Jahr. 

Der Schlossgarten hat sich mit seinen üppigen Frühblüherbeständen zwischen März und Mai zu einem Geheimtipp unter Pflanzenfreunden entwickelt. Viele der Frühlingsboten sind auch gut zur Verwilderung im Hausgarten geeignet.

Damit die Blütenpracht erhalten bleibt und sich weiter ausbreiten kann, dürfen betroffene Gartenbereiche erst gemäht werden, wenn die Blätter der Blumenzwiebeln vollständig eingezogen sind.

Schneeglöckchen 

Galanthus nivalis

Kennzeichen
  • Typisch glockenförmige weiße Blüten mit grünem Fleck. Schmale Blätter, blaugrün bereift.
  • Alle Pflanzenteile leicht giftig.
Blütezeit
  • Februar-Mai.
Verbreitung
  • Weites Verbreitungsgebiet von N-Spanien bis zur Ukraine.
  • Lichte Laub- und Auwäldern sowie Eichen-Hainbuchenwälder, an Gehölrändern.
  • In Deutschland wild extrem selten und nur vereinzelt auf der Schwäbischen Alb und im bayerischen Alpenvorland. Zahlreiche verwilderte Bestände im ganzen Bundesgebiet.
Vermehrung
  • Durch Aussaat und Bildung von Tochterzwiebeln.
  • Gut zum Verwildern geeignet. 
Standort im Garten
  • Frische Standorte an lichten Stellen unter Bäumen und Sträuchern sowie lichtschattige Wiesen- bzw. Rasenflächen. Nicht zu dicht pflanzen.
Sorte zum Verwildern
  • Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz und dürfen keinesfalls gepflückt oder ausgegraben werden. Beim Kauf auf gärtnerische Herkunft achten.
  • In Gartenmärkten wird häufig das Großblütige Schneeglöckchen (Galanthus elwesii) angeboten. Die Art ist wenig dauerhaft und stammt zumeist aus Wildsammlungen. Zur Schonung der Wildvorkommen sollte vom Kauf abgesehen werden.
Besonderheiten
  • Vom Schneeglöckchen gibt es unzählige gärtnerische Sorten, die weltweit eine hochspezialisierte Fan- und Sammlergemeinde begeistern. Besonders in Großbritannien sind die „Snowdrops“ enorm populär.

Winterling

Eranthis hyemalis

Kennzeichen
  • Blüten gelb, ca. 10 cm hoch, Stängelblätter halskrausenartig unter den Blüten angeordnet. Nur eine Blüte je Pflanze.
Blütezeit
  • Februar-März.
  • In größeren Beständen besonders wirkungsvoll.
  • Zieht nach dem Verblühen schnell ein.
Verbreitung
  • Südeuropa; Frankreich, Italien, Balkanhalbinsel, Karpaten.
  • Lichte Auwälder, oft auch an felsigen Standorten.
  • In Mittel- und Nordeuropa als Neophyt vielfach eingebürgert. Häufig im Umfeld älterer Park- und Gartenanlagen.
Vermehrung
  • Durch Aussaat, im Garten auch durch Pflanzung der Knollen im Herbst.
  • Aussaat der Samen am besten direkt an Ort und Stelle nach der Reife im Mai.
Standort im Garten
  • Anspruchslos. Verwildert am besten im lichten Schatten unter Laubgehölzen oder in Beeten mit offenen Bodenstellen. Wärmeliebend.
Sorte zum Verwildern
  • Zur Verwilderung eignet sich am besten die Wildform.
Besonderheiten
  • Die Knollen sollten bei der Herbstpflanzung schnellstmöglich nach dem Kauf eingepflanzt werden und zuvor 1-2 Stunden eingeweicht werden.

Elfencrocus

Crocus tommasinianus

Kennzeichen
  • Blüten blasslila oder violett, Außenseiten oft silbrig. Griffel orange.
Blütezeit
  • Februar-März. Eine der am frühesten blühenden Krokusarten.
  • Herrliche Frühlingsaspekte bei Massenblüte.
Verbreitung
  • Berggebiete SO-Europas, vom S-Balkan über S-Ungarn bis NW-Bulgarien.
  • In lichten Laubwäldern, an Waldrändern und an licht-schattigen Hängen, kalkliebend.
  • In Deutschland teils verwildert im Umfeld historischer Gartenanlagen oder größerer Städte. 
Vermehrung
  • Durch Aussaat und vegetativ durch die Bildung von Tochterknollen.
  • An geeigneten Stellen starker Ausbreitungsdrang.
  • Sehr gut zur Verwilderung geeignet.
Standort im Garten
  • Pflanzung am besten an lichten Stellen unter Bäumen und Sträuchern. Von dort aus werden auch Rasenflächen besiedelt. Schattenverträglicher als andere Krokusarten. Liebt wie alle Krokusse durchlässige Böden.
Sorte zum Verwildern
  • Wildform, ‚Albus‘ (reinweiß), ‚Whitewell Purple‘ (tief purpurvioletter Massenblüher).
Besonderheiten
  • Eine der ersten Pollenquellen für Hummeln, Wildbienen und Honigbienen im sonst blütenarmen Vorfrühling.

Sibirischer Blaustern

Scilla siberica

Kennzeichen
  • Blüten leuchtend blau mit dunklem Mittelstreifen; 1-4 becherförmige Blüten in locker hängenden Trauben und graublauen Staubbeuteln.
Blütezeit
  • März-April.
  • Besonders ansprechend bei Massenblüte unter größeren Bäumen.
Verbreitung
  • Kaukasus, S-Russland, Türkei bis Syrien.
  • Auf frischen Böden in Mischwäldern und lichten Gehölzbeständen bis in 2000 m Höhe.
  • In Mitteleuropa teils verwildert.
Vermehrung
  • Über Samen und Brutzwiebeln.
  • An geeigneten Stellen starker Ausbreitungsdrang.
  • Samenverbreitung durch Ameisen. Dadurch tauchen Sämlinge oft an ungewöhnlichen Orten auf.
  • Sehr gut zur Verwilderung geeignet.
Standort im Garten
  • Pflanzung unter Laubbäumen, an lichten Gehölzrändern und entlang von laubwerfenden Hecken. Von dort Ausbreitung in angrenzende Rasenflächen.
  • Verträgt auch schwere Gartenböden. Dort besonders langlebig uns ausbreitungsfreudig.
Sorte zum Verwildern
  • Wildform, Sorte ‚Alba‘ (reinweiß, weniger vermehrungsfreudig).
Besonderheiten
  • Im Handel ist vereinzelt auch der heimische Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) erhältlich. Die zierlicheren Blüten sind eher blauviolett und sternförmig. Die Art ist gesetzlich besonders geschützt und darf nicht der Natur entnommen werden. Beim Kauf auf gärtnerische Herkunft achten.

Hohler Lerchensporn 

Corydalis cava

Kennzeichen
  • Blüten weiß, rosa oder fliederfarben in dichten Trauben, blaugrüne Blätter doppelt dreizählig und meist stark eingeschnitten. Höhe: 10-30 cm.
Blütezeit
  • März-April.
  • Herrliche Frühlingsaspekte bei Massenblüte.
Verbreitung
  • Verbreitungsschwerpunkt Mitteleuropa. Südlich von den Pyrenäen bis Griechenland.
  • Überwiegend in humosen Laubwäldern bis in 1800 m Höhe (Eichen-Hainbuchenwälder, Buchenwälder).
  • Liebt basenreiche Standorte.
Vermehrung
  • Über Samen. An geeigneten Stellen starker Ausbreitungsdrang.
  • Verbreitung durch Ameisen, die sich von den nahrhaften Samenanhängsel (Elaiosomen) ernähren und die Samen so im Garten weit verteilen.
Standort im Garten
  • Humosen Standorte im Halbschatten unter Laubgehölzen, entlang von Hecken und angrenzenden schütteren Rasenflächen. Naturnahe Gärten.
Sorte zum Verwildern
  • Wildform
Besonderheiten
  • Zieht bald nach der Blüte vollständig ein und überdauert als kartoffelförmige, im Alter hohle Knolle.
  • Die nektarreichen Blüten sind besonders bei Hummeln sehr beliebt.

Bärlauch

Allium ursinum

Kennzeichen
  • Kugeliger reinweißer Blütenstand.
  • Blätter frischgrün, breit und an der Basis in den Stängel auslaufend.
Blütezeit
  • April-Mai.
  • Herrliche Frühlingsaspekte bei Massenblüte.
  • Sehr gut zur Verwilderung geeignet.
Verbreitung
  • Mitteleuropa bis W-Asien. Vom Hügelland bis in die Mittelgebirge.
  • Feuchte bis frische Au- und Schluchtwälder auf nährstoff- und basenreichen Böden.
  • Bildet oft Massenbestände. 
Vermehrung
  • Durch Samen oder Teilung dichterer Bestände.
  • An geeigneten Stellen starke Ausbreitung durch Selbstaussaat.
  • Konkurrenzstark, kann auf zu nahrhaften Standorten auf andere Frühblüher verdrängend wirken.
Standort im Garten
  • Unter laubwerfenden Gehölzbeständen mit humosen, nicht zu trockenen Böden.
Sorte zum Verwildern
  • Wildform
Besonderheiten
  • Blätter und Zwiebeln essbar.
  • Intensiver Knoblauchgeruch besonders gegen Ende der Vegetationszeit.
  • Zieht nach Samenreife vollständig ein.
 Übersichtskarte

Jelitto L., Schacht W., Simon H. (Hrsg.): Die Freiland-Schmuckstauden; Stuttgart Ulmer 2002